und diese Verhütungsmethoden könnte es geben

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Verhütungsspritze

Lange wurde an einer Kombination aus Testosteronspritzen und dem Hormon Gestagen geforscht. In Sachen Empfängsnisverhütung war dieses Konzept erfolgreich: Der Pearl Index (Angabe für Sicherheit von Verhütungsmethoden) der Testosteronspritze entsprach dem der Anti-Baby-Pille für die Frau.  Um diese sichere Verhütung zu gewährleisten, muss diese Spritze einmal im Monat injiziert werden. 

 

Warum ist das Produkt noch nicht erhältlich?
Jeder zehnte Teilnehmer der klinischen Studie entwickelte Nebenwirkungen. Zu viele Männer klagten über Akne, Schmerzen an der Injektionsstelle, erhöhte Libido und Stimmungsstörungen - so heißt es in der Studie. Es ist bekannt, dass entsprechende Nebenwirkungen bei dieser Art von Arzneimitteln auch in Placebo-Gruppen häufig auftreten. In Wirksamkeitsstudien zur Empfängnisverhütung verbietet sich die Verabreichung von Placebos jedoch aus ethischen Gründen, sodass ein solcher Effekt letztlich nicht belegt werden konnte. Daher wurde die Studie aus Sicherheitsgründen gestoppt.

Im Jahr 2011 stellte die Weltgesundheitsorganisation deshalb dieses Projekt ein. 

Hormongel

Seit Anfang der 2000er testen Wissenschaftler*innen in Seattle ein Verhütungsgel für Männer. Auch da stecken Testosteron und Gestagen drin. Man muss es täglich an Schulter oder Brust auftragen. Die Vorteile des Hormongels wären die leichte Anwendbarkeit und der ebenfalls niedrige Pearl Index. Der Nachteil: Bisher soll die Stelle, an der das Gel aufgetragen wird, nicht mit anderen Menschen in engen Kontakt kommen. Denn die Berührung der Haut führt zu einem Übertragen des Testosterons, das ginge dann auch auf Frauen über oder auf ein Kind, das man im Arm hält. Dieses Problem muss noch behoben werden. 

Warum ist das Hormongel noch nicht erhältlich?

Bisherige Studien sehen vielversprechend aus, aber sie sind noch nicht weit genug fortgeschritten. Studien dazu befinden sich gerade in Phase-3.

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Die Pille für den Mann

Man hört häufig von der ominösen Pille für den Mann. Doch gibt es sie wirklich? - Studien befinden sich ganz am Anfang. Wie bei dem Hormongel und der Testosteronspritze kommt auch hier eine umgewandelte Form vom Testosteron zum Einsatz. Die Anwendung würde ähnlich wie bei der Anti-Baby-Pille für die Frau funktionieren: Man nimmt sie täglich zu einer ähnlichen Uhrzeit ein. 

Warum ist die Pille für den Mann noch nicht erhältlich?

Studien hierzu befinden sich erst in Phase 1: Also ganz am Anfang. Bei der Testosteronspritze und dem Hormongel wäre man schon weiter. 

Samenleiterventil

Seit 1998 arbeitet Clemens Bimek an seiner Erfindung: Dem Samenleiterventil. Dieses wird in die Samenleiter im Hodensack implantiert. Der ambulante Eingriff dauert etwa 30 Minuten und lässt sich mit dem einer normalen Vasektomie vergleichen. Die Risiken des Eingriffs sind gering. Danach kann man das ganze Leben lang sicher verhüten.

Das Samenleiterventil funktioniert mikromechanisch. In geschlossenem Zustand leitet es die Spermien aus dem Samenleiter ab, so dass sie nicht mehr ins Ejakulat gelangen. Der Träger kann diesen Zustand selbst herbeiführen, indem er das Ventil von außen durch die Haut des Hodensacks öffnet oder schließt. Nach dem Schließen stellt sich die Sterilität nach etwa 30 Samenergüssen bzw. drei bis sechs Monaten ein. Nach dem Öffnen des Ventils, was erst durch Drücken eines zusätzlichen Sicherungsstifts möglich ist, wird die erneute Fruchtbarkeit umgehend wieder hergestellt, weil die Spermien sofort wieder durch die Samenleiter in das Ejakulat fließen.

Warum ist das Samenleiterventil noch nicht erhältlich?

Es fehlen große Investoren. Clemens Bimek arbeitet gerade daran, das Samenleiterventil einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen. Es sollen Probanden gefunden werden, die sich im Rahmen einer anstehenden wissenschaftlichen Studie zu einer Implantation der Ventile bereit erklären. Zur Finanzierung der klinischen Studie und der weiteren Produktentwicklung werden mit einer Crowfundingkampagne Unterstützer und Investoren gesucht.

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Vasalgel

 

Mit zwei Injektionen in die Samenleitern werden diese verengt und die durchdringenden Samen so beschädigt, dass sie unbeweglich werden und dadurch keine Eizelle befruchten können. Die Verhütungssicherheit hierbei ist sehr hoch - vergleichbar mit dem der Anti-Baby-Pille. Bereits eine einzige Injektion hält bis zu 10 Jahre lang. Was passiert allerdings, wenn man schon vorher Kinder bekommen möchte? - Wenn die Verhütung abgebrochen werden soll, wird ein Lösungsmittel gespritzt. Dieses zersetzt das Vasalgel und der Samenleiter wird geöffnet. 

Das klingt revolutionär, doch so neu ist die Methode nicht: Bereits in den 90ern begann in Indien die Forschung an dieser Verhütungsmethode. Das Indian Institute of Technology Kharagpur entwickelte eine Methode Namens "Reversive inhibition of sperm under guidance" (RISUG). Das Verfahren wurde erfolgreich an 250 Männern getestet und stand 2002 kurz vor der Einführung. Doch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stoppte das Produkt, da sie Unregelmäßigkeiten bei den Studien feststellte. 2015 wurde das Patent für das Gel von der US-amerikanischen Parsemus-Stiftung gekauft, die jetzt anhand dieses Forschungsstandes das Vasalgel entwickelt.

Warum ist Vasalgel noch nicht erhältlich? 

Das Gel sollte bereits 2017 auf den Markt kommen. Tests an Pavianen wurden gestartet und Tests an Menschen sollen folgen. Eine Hürde: Bisher konnte nicht vollständig bewiesen werden, dass die Methode vollständig rückgängig gemacht werden kann. Das große Problem bei der weiteren Entwicklung des Gels ist die Finanzierung. Große Pharmakonzerne haben kein Interesse an der Vermarktung des Produkts, da die regelmäßige Einnahme der Anti-Baby-Pille über Jahre hinweg viel mehr Umsatz generiert, als eine nur alle 10 Jahre notwendige Injektion. 

Thermale Verhütung

Die thermale Verhütung für Männer ist nicht sehr bekannt und dennoch gibt es sie und ist in vielen Fällen wirksam. Bei der thermalen Verhütung wird durch äußere Temperaturzurfuhr der Hodensack erwärmt.Da die Spermienproduktion sehr hitzeempfindlich ist, kann durch regelmäßige Anwendung die Spermienproduktion gesenkt werden und so die Unfruchtbarkeit erreicht werden.

Und Andro-Switch

Der Penis wird in den Thermoring eingeführt, welcher die Hoden - vorübergehend - oberhalb des Hodensacks (im Leistenkanal) hält. Dadurch soll ein Temperaturanstieg der Hoden auf die Körpertempertur erzielt werden und führt zu einer vorübergehenden und reversiblen Unfruchtbarkeit. Der Thermoring muss 15 Stunden am Tag getragen werden. Die Sterilität wird durchschnittlich nach 3 Monaten Anwendung erreicht. Die Wirksamkeit der Methode muss regelmäßig mit einem Spermiogramm überprüft werden. Die Methode ist reversibel.

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Die Verhütungsunterhose

Die Hoden werden durch die Verhütungsunterhose in den Leistenkanal angehoben und gehalten. Die körpereigene Wärme des Leistenkanals erwärmt dann die Hoden. Die alternative Option ist die Verhütungsunterhose mit einem integrierten Heizkissen, welches durchaus wärmer wird als die eigene Körpertemperatur. Die Verhütungsunterhose muss 15 Stunden am Tag getragen werden. Die Sterilität wird durchschnittlich nach 3 Monaten Anwendung erreicht. Die Wirksamkeit der Methode muss regelmäßig mit einem Spermiogramm überprüft werden. Die Methode ist reversibel.

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darunter das Hodenbaden

Zwischen 1930-1950 hat die Schweizer Ärztin Martha Vögeli die Methode des Hodenbadens erforscht. Nach ihren Berechnungen musste das Hodenbad über einen Zeitraum von drei Wochen täglich praktiziert werden. Jeden Tag müssen die Hoden für 45 Minuten in 45 Grad warmen Wasser gebadet werden. Nach Vögeli ruft diese Prozedur eine temporäre Unfruchtbarkeit von etwa einem halben Jahr hervor. Einige Privatpersonen und Gruppen haben das Hodenbad bereits ausprobiert.

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